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·28. Februar 2025
Haching und die Stadion-Posse: Eines Profiklubs nicht würdig
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·28. Februar 2025
Dass die Partie zwischen der SpVgg Unterhaching und dem F.C. Hansa Rostock wegen eines fehlenden Sicherheitskonzepts abgesagt werden musste, ist ein bislang einmaliger Vorgang in der Drittliga-Historie – und eines Profiklubs schlicht nicht würdig. Ein Kommentar.
Wenn kurzfristige Probleme am Stadion festgestellt worden wären oder die Polizei nach den Krawallen beim Derby zwischen Rostock und Dresden am vergangenen Samstag eine Nachbesserung am Sicherheitskonzept gefordert hätte, die innerhalb weniger Tage nicht umzusetzen gewesen wäre, hätte man ein Auge zudrücken können. So nun aber nicht. Schließlich waren die Hachinger bereits im letzten Sommer (!) aufgefordert worden, das Sicherheitskonzept zu überarbeiten. Getan hat sich jedoch nichts. Dass dann auch die letzte Warnung zu Beginn des Jahres, wonach ohne genehmigtem Sicherheitskonzept keine Risikospiele mehr im Sportpark stattfinden können, offensichtlich erstmal ignoriert wurde, setzt der Posse die Krone auf.
Denn bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass das Spiel gegen Hansa dann nicht ausgetragen werden kann, da die Einstufung der Partie als Hochrisikospiel bereits im Vorfeld der Saison vorgenommen worden war. Jetzt kann man natürlich drüber streiten, warum die Partie zwischen Unterhaching und Rostock ein Hochrisikospiel ist, wo bei den bisherigen Aufeinandertreffen doch nichts passiert ist – zumindest innerhalb des Stadions – und sich beide Fanlager auch nicht feindschaftlich gegenüber stehen. Dann aber trotz langer Vorlaufzeit kein genehmigungsfähiges Konzept parat zu haben, ist schlicht unwürdig. Erst viel zu spät haben sich die Verantwortlich darum bemüht, die Dokumente dann aber einen Tag zu spät abgegeben.
Die Folgen sind nun gravierend: Nicht nur, dass Hansa und seine Anhänger auf den Kosten für Flüge/Züge und Hotel sitzen bleiben, auch die Suche nach einem Nachholtermin gestaltet sich schwierig. Entweder muss unter der Woche gespielt werden, was angesichts einer Anreise von 800 Kilometern eine erhebliche Mehrbelastung für die Kogge und ihre Fans bedeutet. Oder in der Länderspielpause am 22./23. März, wodurch dann allerdings die Pokalspiele beider Klubs gegen Greifswald beziehungsweise Bamberg verlegt werden müssen. Auch für diese Spiele müssten dann neue Termine gefunden werden, was ebenfalls ein Problem darstellt. Womöglich müssen zwei Viertligisten unter den Versäumnissen der Hachinger leiden, obwohl sie damit überhaupt nichts zu tun haben.
Immerhin hat sich Präsident Manfred Schwabl selbstkritisch gezeigt und Fehler eingeräumt. Doch schon in der Vergangenheit war die Spielvereinigung mit einigen seltsamen Gebaren aufgefallen. Man denke an verspätete Gehaltszahlungen im Winter 2022/23 oder die lange unklare Situation bezüglich der Erfüllung der Lizenzbedingungen nach dem Aufstieg 2023. All das kann man machen – das hat dann aber nichts mit Profifußball zu tun. Haching strebt immer nach mehr und hatte die 2. Liga im Blick, muss sich aber spätestens nach der Stadion-Posse wohl eingestehen, dass es für höhere Ligen als die Regionalliga derzeit nicht reicht. Nicht unbedingt aus sportlicher Sicht, sondern vor allem was das Organisatorische im Hintergrund angeht. Denn wer es nicht schafft, ein Stadion mit allem was dazu gehört bereitzustellen, kann dann eben nicht in der 3. Liga oder höher spielen.