Zweikampf im BVB-Mittelfeld: Warum Özcan plötzlich überzeugt – und Groß schwächelt | OneFootball

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·2 April 2025

Zweikampf im BVB-Mittelfeld: Warum Özcan plötzlich überzeugt – und Groß schwächelt

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Wer vor wenigen Wochen behauptet hätte, dass Salih Özcan beim BVB eine entscheidende Rolle in der heißen Saisonphase spielen würde, hätte wohl eher ein müdes Lächeln geerntet. Zu unauffällig waren seine Auftritte, zu groß das Fragezeichen hinter seiner Perspektive. Doch gegen Mainz zeigte der 26-Jährige eine Leistung, die viele überrascht hat – vor allem, weil sie leise kam, aber umso wirkungsvoller war.

Özcan erfüllte exakt das Anforderungsprofil, das Kovac für seinen „Abräumer“ auf der Sechs braucht: taktisch diszipliniert, bissig im Zweikampf, präsent in den Zwischenräumen. Kein Schnörkel, kein Spektakel – aber maximale Effektivität. Er lief Räume zu, unterband Konter, gewann wichtige Duelle. Kein Spielmacher, aber ein Spielverhinderer – und genau das brauchte der BVB in dieser Phase.


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Parallel dazu wackelte plötzlich ausgerechnet Pascal Groß. Der Winter-Neuzugang vom Brighton & Hove Albion, geholt als strategisches Hirn für die Ballverteilung, leistete sich ungewohnte Ballverluste, wirkte fahrig, ungeordnet. Körpersprache, Pässe, Stellungsspiel – alles nicht auf dem Niveau, das man vom Premier-League-erprobten Routinier kennt. Für Kovac stellt sich daher eine unangenehme Frage: Wer gibt aktuell mehr Stabilität?

Wird Özcan zum neuen „Kovac-Sechser“?

Natürlich ist Groß ein anderer Spielertyp. Er ist der Dirigent, Özcan der Orchesterwart. Beide haben ihre Berechtigung – doch derzeit scheint die Hackordnung zu kippen. Özcan passt ideal in die Rolle des „Kovac-Sechsers“, ähnlich wie es Makoto Hasebe einst bei der Eintracht war. Einer, der selten glänzt, aber oft rettet. Einer, der sich für keinen Zweikampf zu schade ist und gerade deshalb so wertvoll wird, wenn es gegen tiefstehende Gegner oder in hitzigen Spielen geht.

Was für Özcan spricht: Er kennt den Verein, das Umfeld, das System. Trotz berechtigter Zweifel in der Vergangenheit hat er sich nie hängen lassen – und liefert genau dann, wenn es zählt. Die Frage ist nun, ob Kovac daraus eine dauerhafte Lösung formt. Denn mit Can, Groß, Özcan und vielleicht auch bald einem fitten Chukwuemeka wird das Gedränge im Zentrum nicht kleiner.

Die aktuelle Tendenz ist klar: Özcan hat sich in die erste Elf zurückgekämpft – nicht mit großen Worten, sondern mit starken Leistungen. Und während Groß sich erst wieder finden muss, ist Özcan plötzlich mehr als nur ein Lückenfüller. Er ist die laufende Absicherung, das aggressive Element im Zentrum – und genau das, was der BVB gerade braucht.

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