SV Werder Bremen
·2 April 2025
„Senne meinte, ich soll aufs Tor ziehen“

SV Werder Bremen
·2 April 2025
Felix Agu erzielte in Kiel sein drittes Saisontor für Werder (Foto: W.DE).
Die 59. Minute in Kiel, es war sein goldener Moment, als Felix Agu sich ein Herz fasste und außerhalb des Strafraums das Leder sehenswert in die Maschen schlenzte. Im WERDER.DE-Interview spricht der 25-Jährige, wer ihn zum Abschluss beim 3:0-Auswärtserfolg ermutigte, über seine ansteigende Formkurve nach der Verletzungspause und Verwechslungen mit Justin Njinmah.
WERDER.DE: Moin, Felix! Gestern war der 1. April. Bist du ein Typ für Aprilscherze?
Felix Agu: Ich bin schon ein lustiger Typ. Aber nicht so drin, was Aprilscherze angeht. Bei uns war das im Team auch nicht so präsent, also weder ich noch sonst wer wurde verarscht.
WERDER.DE: Kein Aprilscherz ist, dass du mit deinem Tor in Kiel zum dritten Mal in dieser Saison für Werder getroffen hast, und alle Treffer hast du auswärts erzielt…
Felix Agu: … und genau dafür habe ich keine Erklärung (lacht). Im Heimspiel gegen Gladbach hatte ich die gefühlt beste Chance der Saison, zu Hause ein Tor zu schießen. Ich habe aber nicht lange mit dieser Situation gehadert. Da gab es keine zwei Meinungen, dass dieses Ding rein muss, der Trainer hat aber auch gesagt, dass in dem Spiel viel Gutes auch bei mir dabei war, und ich versuche mich generell, eher auf die positiven Dinge zu konzentrieren.
WERDER.DE: So wie bei deinem Tor zum 2:0 auswärts bei Holstein Kiel. Was ging dir bei der ersten Ballannahme durch den Kopf? Ole Werner hatte auf der Pressekonferenz danach auch scherzhaft etwas von „Möwen vom Himmel holen“ aus dem Training gesagt.
Felix Agu: Ich war erstmal überrascht, dass ich so viel Platz und auch Zeit hatte (lacht). Da konnte ich nochmal kurz in mich gehen und mir selbst sagen, dass ich jetzt einfach mal schieße. Weil häufig bin ich auch mal in solchen Situationen, wo ich dann aber den Blick für einen Mitspieler habe, der vielleicht noch besser postiert ist. In der Halbzeit kam Senne Lynen auf mich zu und meinte, ich soll einfach mal aufs Tor ziehen. Dass der dann so reingeht, ist natürlich umso schöner.
WERDER.DE: Gibt es zwischen dir und Duckschi ein internes Duell, wer für das „Tor des Monats“ nominiert werden könnte?
Felix Agu: Nein, da können andere darüber diskutieren. Duckschis Freistoß gegen Kiel war einfach unfassbar! Ich weiß noch, er hatte einmal im Training im Elf-gegen-Elf genauso eine Freistoß-Position. Und den hat er auf das Kreuzeck gesetzt. Dass er den dann im Spiel so reinmacht, ist Wahnsinn.
WERDER.DE: Generell scheinst du nach deiner längeren Verletzungspause wieder voll im Saft zu stehen, standest die vergangenen vier Partien immer in der Startelf. Auch Ole Werner betonte, nicht nur wegen deines Tores in Kiel, dass du es aktuell sehr gut machst. Bist du selbst überrascht, wie schnell du wieder so performst?
Felix Agu: Ich habe auch direkt nach meinen ersten Trainingseinheiten gesagt, dass ich keine Zweifel daran habe, wieder gut und schnell zurückzukommen. Ich habe schon bei meiner ersten größeren Verletzung in der Saison 2022/23 gesehen, wie schnell ich wieder zurückfinden kann. Ich wusste, dass ich einfach bei mir bleiben und jeden Tag Gas geben muss. Dann war ich auch überzeugt davon, dass ich dann wieder spielen werde. Das hat mir ganz gutgetan, zusammen mit dem Vertrauen vom Trainer.
Felix Agu spielt seit 2020 bei Werder (Foto: W.DE).
WERDER.DE: Würdest du sagen, dass du nochmal im Vergleich zu deinen ersten Werder-Jahren einen Leistungssprung gemacht hast, gerade, was die Qualitäten in der Offensive angeht? Oder hat das auch was mit einer offensiveren Ausrichtung auf der Schienenposition zu tun?
Felix Agu: In erster Linie versuche ich mich auf meine Defensivaufgaben zu konzentrieren. Es liegt aber auch an der Schienenposition, dass wir sowohl offensiv als auch defensiv denken müssen. Es wird von uns erwartet, dass wir hinten zur Stelle sind, aber auch vorne gefährlich in der Box auftauchen oder um den Strafraum herum agieren. Ich versuche, da noch etwas effektiver zu werden, vor allem, wenn wir nochmal die Chance aus dem Gladbach-Spiel herausnehmen. Das wird auch hoffentlich nicht meine letzte Möglichkeit gewesen sein, in einem Heimspiel zu treffen.
WERDER.DE: Stichwort Heimspiel, da erwartet uns mit Eintracht Frankfurt zum Top-Spiel am Samstagabend auch ein Top-Gegner. Wie nimmst du und ihr als Team den Schwung aus dem Sieg in Kiel jetzt in das nächste Duell?
Felix Agu: Wir sehen, was wir im Stande sind zu leisten. Dafür ist das Spiel gegen Leverkusen exemplarisch. Auch zuhause haben wir schon gezeigt, was wir können. Wenn wir alle am Maximum performen, dann kann gegen jeden was gehen, auch gegen eine Top-Mannschaft wie Frankfurt. Wenn jeder seine Aufgaben erledigt, und wir eine Top-Leistung abrufen, können wir auch im Weserstadion wieder den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
WERDER.DE: Uns ist aufgefallen, dass du und Justin Njinmah gerne mal die gleiche Frisur trägst – auch an Spieltagen. Sprecht ihr euch ab oder ist das Zufall?
Felix Agu: Das war Richtung Winter, da wollte ich die Haare mal wieder etwas wachsen lassen, weil man dann ein paar mehr Optionen hat. Es war aber tatsächlich nicht abgesprochen. Wir kriegen das aber auch mit, dass wir bei Spielen auch von Kommentatoren gerne mal verwechselt werden (lacht). Auch in der Mannschaft gibt es dazu gerne mal ein paar Späße.
WERDER.DE: Vielen Dank für das Gespräch, Felix!
Langsung