REAL TOTAL
·02 de abril de 2025
Kommentar zur Defensive: Carlo Ancelotti macht es sich zu einfach

REAL TOTAL
·02 de abril de 2025
Carlo Ancelotti (r.) nahm Unglücksrabe David Alaba in Schutz – Fotos: Getty Images
MADRID. Es war zunächst ein langweiliges Halbfinal-Rückspiel im Estadio Santiago Bernabéu, später entwickelte es sich jedoch zu einem filmreifen!
Zur Halbzeit stand es noch 1:1, nach 90 Minuten 3:4 und nach 120 Minuten 4:4 – Real Madrid hatte im Hinspiel mit 1:0 gegen Real Sociedad gewonnen und steht somit nun im Endspiel der Copa del Rey. Doch Friede, Freude, Eierkuchen ist bei den Madrilenen nicht geboten. Denn: Die Abwehr bereitet Sorgen!
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Der spanische Rekordmeister bekam gegen „la Real“ vier eigentlich vermeidbare Gegentore eingeschenkt – das ist schlichtweg zu viel. Zumal die Expected Goals (xG) bei den Basken gerade mal bei 0,99 lagen. Zum Vergleich: Bei Real Madrid lag dieser Wert bei 3,07.
Die Mannschaft von Coach Carlo Ancelotti gab im Rückspiel 26 Schüsse ab, davon zehn aufs Tor. Real Sociedad feuerte nur elf Schüsse ab, davon fünf aufs Tor. Die Truppe von Trainer Imanol Alguacil erwies sich als viel effizienter.
Zu allem Überfluss wurde David Alaba auch noch zum Pechvogel des Abends. Der Österreicher befindet sich nach seinem Comeback noch nicht in Top-Form und markierte zwei unglückliche Eigentore. Auch Andriy Lunin wackelte im Tor. Hinzu kommt, dass die Verletzten Éder Militão und Daniel Carvajal nach wie vor nicht zur Verfügung stehen.
„Es war etwas Pech dabei. Alaba ist zweimal unglücklich an den Ball gekommen. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, relativierte Ancelotti und setzte fort: „Dann waren wir bei der Standardsituation nicht gut geordnet, aber andererseits haben wir selbst auch zwei Standardtore erzielt. Es sind Dinge, die passieren können.“
Man müsse dies „natürlich analysieren und verbessern, aber wie gesagt: Wir stehen im Finale und müssen jetzt an das nächste Spiel denken“, so die Worte des Italieners. Darüber hinaus gab Ancelotti zu Protokoll: „Vier Tore zu kassieren, ist nicht gut. Aber es ist sehr gut, vier zu erzielen. Wir hätten mehr Tore machen können. Ich habe es jüngst erst gesagt: Es ist eine Mannschaft mit wenig Balance in der Hinsicht, aber mit viel Effektivität in der Offensive.“
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Bereits vor dem Rückspiel hatte Ancelotti verlauten lassen: „Wir waren vorn sehr effektiv und hinten etwas weniger solide. Aber das ist die Eigenschaft des Teams in diesem Jahr: Wir sind hinten etwas weniger solide, vorn vielleicht etwas effektiver. Wir haben hinten gravierende Ausfälle, daher haben wir die Solidität etwas verloren.“
Doch mit Blick auf die verbleibenden Saisonziele lässt sich festhalten: Ancelotti macht es sich zu einfach und verkennt die Probleme!
Der Satz „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive die Meisterschaft“ kommt nicht von ungefähr. Die Königlichen liegen in LaLiga drei Punkte hinter Spitzenreiter FC Barcelona, müssen im Champions-League-Viertelfinale erst einmal den FC Arsenal aus dem Weg räumen und haben in der Copa del Rey noch ein Finale vor sich, das erst einmal gewonnen werden muss.
Zu Null spielte Real Madrid zuletzt am 26. Februar beim 1:0 im Halbfinal-Hinspiel der Copa del Rey gegen Real Sociedad. In den anschließenden sieben Pflichtspielen kassierten die Merengues in jedem mindestens einen Gegentreffer. Gegen Real Sociedad waren es nun vier, schon zuvor beim 3:2 gegen Leganés waren es zwei. In der laufenden Saison befindet sich der Gegentorschnitt bei 1,2 pro Partie – der höchste Wert seit der Katastrophen-Saison 2018/19 (1,25).
Wenn Real Madrid zuletzt siegte, dann waren es stets Zittersiege. Ob das bis zum Saisonende so gutgeht? Daran darf gezweifelt werden! Ancelotti scheint sich zumindest keine Sorgen zu machen. Und solang auch noch Antonio Rüdiger in der Offensive den entscheidenden Siegtreffer erzielt, wird sich wohl auch kaum etwas ändern …