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Florian Diettrich·2. April 2025
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Florian Diettrich·2. April 2025
Zum heutigen Tag des Gehens schauen wir auf zehn Spieler, die trotz ihrer unbestreitbaren fussballerischen Qualität nicht gerade für ihr rasend schnelles Tempo bekannt sind.
2016 kürte die britische Zeitung 'The Thelegraph' Peter Crouch zum zweitlangsamsten Spieler der Premier League. 28,6 km/h brachte Crouch auf den Rasen, seine Größe von über zwei Meter und seine Hoheit in Kopfball-Duellen zeichneten sein Spiel aber eher aus. Trotz der in seiner Jugend oft kritisierten mangelnden Geschwindigkeit avancierte er in seiner Karriere aber zum Weltstar.
📸 Paul Gilham - 2010 Getty Images
Eigentlich über jeden Zweifel erhaben, dennoch musste er sich immer wieder Kritik gefallen lassen: Toni Kroos. Gerade in den spanischen Medien war der Grat zwischen Lob und Wut oft schmal. "Außer Form, langsam und ohne jeden Glanz", urteilte die Sportzeitung 'Mundo Deportivo' in seinem zweiten Jahr bei den Königlichen. Auch Uli Hoeneß wetterte zu Kroos' Bayern-Zeiten, dass er zu langsam für internationales Top-Niveau sei. Sechs Champions League-, ein Weltmeister- und viele weitere Titel beweisen das Gegenteil.
📸 Alexander Hassenstein - 2024 Getty Images
Auch wenn er 2006 maßgeblich am WM-Aus der deutschen Mannschaft beteiligt war - Andrea Pirlo wärmt die Herzen der Fußball-Nostalgiker. Egal ob in Mailand, Juve oder mit der Squadra Azzurra: Ähnlich wie Kroos steuerte Pirlo das Tempo seiner Teams, lenkte das Spiel mit seinen Pässen und brillierte mit großer Übersicht. Im Kontrast dazu wurde er von Fans und Medien oft mit Attributen wie langsam und lauffaul beschrieben.
Van der Vaart war bekannt für seine spielgestaltende Fähigkeit, seine Technik und seine Distanzschüsse. In seinem Portfolio standen Spritzigkeit und temporeiche Läufe hingegen nicht an erster Stelle. Am meisten dürfte er das bei Real Madrid zu spüren bekommen haben, als er 2008 vom HSV zu den Königlichen wechselte. In 28 Partien gelangen ihm nur vier Treffer.
Spitzname "El Mago" (der Magier), Einsatzgebiet offensives Mittelfeld, ähnlich wie Kroos und Pirlo ein Techniker mit Spielintelligenz und Passgenauigkeit: Santi Carzola. Würde man fieberhaft ein Manko beim Spanier suchen, wäre es die Geschwindigkeit. Denn für atemberaubendes Tempo stand die Arsenal-Legende nicht unbedingt.
📸 Shaun Botterill - 2014 Getty Images
Auch Nuri Sahin war in seiner Karriere nicht mit Schnelligkeit gesegnet. Der unter anderem für Dortmund, Real und Werder aktive Sahin hatte seine Qualitäten in der Spielintelligenz und in seiner Souveränität. Fehlende körperliche Geschwindigkeit machte er aber mit mentaler Agilität wett, denn häufig war er dem Gegner einen Schritt voraus.
📸 Stuart Franklin - 2016 Getty Images
Obwohl er für Chelsea und Arsenal auch im offensiven Mittelfeld agierte, war Fàbregas zu Beginn seiner Karriere als "Volante" bekannt. Im spanisch- und portugiesischsprachigen Raum steht das für einen freien, meist defensiven Mittelfeldspieler. Es mag durchaus langsamere Spieler in diesem Ranking geben, aber Fàbregas war nicht unbedingt für seine hohe Laufbereitschaft oder Robustheit im Zweikampf bekannt.
📸 Catherine Ivill - 2018 Getty Images
Ähnlich wie Peter Crouch zeichnet sich der Niederländer Bas Dost für seine Größe und Kopfballstärke aus. Kein Wunder, der Wolfsburger Stürmer ist mit 1,96 Meter nur fünf Zentimeter kleiner als Crouch. Dieter Hecking bezeichnete Dost in seiner VfL-Zeit als "Waffe vorne drin", für hohe Geschwindigkeit stand der Name Dost aber nie. Aktuell kickt der 35-Jährige in der Eredivisie beim NEC Nijmegen.
📸 Dennis Grombkowski - 2015 Getty Images
Mats Hummels gilt als kopfballstarker, robuster und spielstarker Innenverteidiger, seine Schwäche ist aber sein Tempo. Er ist kein Sprinter. Das brockte dem ihm den vielleicht schwersten Fehler seiner Karriere ein. Im diesjährigen Achtelfinal-Rückspiel der Europa League flog Hummels gegen Athletic Bilbao nach nur elf Minuten mit rot vom Platz, weil er übermotiviert seinen eigenen Ballverlust ausbügeln wollte. Dabei traf er nicht nur den Ball, sondern auch Gegenspieler Maroan Sannadi. Rom schied im Anschluss aus und Hummels entschuldigte sich via Social Media für seinen schwerwiegenden Fehler.
📸 JOHN THYS - AFP or licensors
Nach Kroos und Hummels ist er der dritte Weltmeister von 2014 in unserem Ranking. Die Rede ist vom "Big Fucking German", so wurde Per Mertesacker von den Arsenal-Fans getauft. Ähnlich wie Crouch und Dost verfügte er fast immer über die Lufthoheit in Kopfballduellen. Seine Sprungkraft machte ihn bei Standards zur Gefahr für gegnerische Verteidiger. Schnelle Sprints und hohe Geschwindigkeiten hingegen waren nicht seine Stärken.
Alles andere als langsam geht es heute Abend im zweiten DFB-Pokalhalbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig ab 20:45 Uhr zu.
Dort werden wir sehen, wer Arminia Bielefeld ins Pokal-Finale folgen wird.
📸 Martin Rose - 2010 Getty Images
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