"So kann man hier nicht auftreten": Historische Energie-Klatsche | OneFootball

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·5. April 2025

"So kann man hier nicht auftreten": Historische Energie-Klatsche

Artikelbild:"So kann man hier nicht auftreten": Historische Energie-Klatsche

Was für ein gebrauchter Tag für Energie Cottbus! Mit dem 1:5 bei 1860 München mussten die Lausitzer die höchste Auswärts-Niederlage ihrer Drittliga-Historie und zudem erstmals seit neun Jahren fünf Gegentore in einem Drittliga-Spiel hinnehmen. Während Timmy Thiele klare Worte fand und zudem die Einstellung kritisierte, zählte Trainer Claus-Dieter Wollitz eine lange Mängelliste auf – und kündigte an, die Pleite nicht analysieren zu wollen.

"Tut richtig weh"

Eigentlich war es ein gutes Omen: Erstmals seit November konnte Timmy Thiele vor dem Spiel wieder eine komplette Woche mittrainieren. Und tatsächlich traf der 33-Jährige dann auch, allerdings war sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:4 nach 71 Minuten nichts wert, nachdem Cottbus bis zu diesem Tor überhaupt nicht ins Spiel gefunden hatte. "Wir haben komplett neben uns gestanden, haben überhaupt nicht das gemacht, was wir uns vorgenommen haben und nicht unser Gesicht gezeigt", sprach aus Thiele im "MagentaSport"-Interview jede Menge Frust. Warum beim FCE so gar nichts zusammenlief, dafür hatte der Stürmer keine Erklärung. Vielmehr war er damit beschäftigt, die höchste Auswärtspleite in der Drittliga-Historie der Cottbuser zu verarbeiten. Derart deutlich zu verlieren, tue "richtig weh", offenbarte Thiele.


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Dass es gleich fünfmal einschlug – nur beim 0:5 gegen Großaspach vor fast genau neun Jahren musste Energie schon einmal eine so hohe Anzahl von Gegentoren bei einem Drittliga-Spiel hinnehmen – habe er nicht kommen sehen. Ein Grund für die Klatsche war die schwache Zweikampfquote von gerade mal 40 Prozent. "Zweikämpfe ist immer eine Sache von Einstellung. Und diese hat einfach heute nicht gestimmt." Auch das konnte sich Thiele nicht erklären: "Du hast Top-Fußballwetter, ein ausverkauftes Haus, einen recht guten Rasen und ein tolles Duell, wo es um viel geht." Für den 33-Jährigen stand fest: "So kann man hier nicht auftreten." Das sei auch das Einzige, was man aus der Partie mitnehmen könne.

Wollitz will Partie nicht analysieren

"Irgendwelche Parolen raushauen oder draufhauen" wolle Thiele nicht. "Das bringt alles nichts. Wir haben jetzt noch sieben Spiele, und da gilt es, alles rauszuhauen." Immerhin: Weil auch Saarbrücken nicht gewinnen konnte, hat sich in der Tabelle nicht viel verändert. Thiele wollte sich mit den Ergebnissen der Konkurrenz aber nicht allzu sehr befassen: "Natürlich spielt es uns in die Karten, aber letztendlich müssen wir bei uns bleiben und unsere Hausaufgaben machen. Dann können die anderen machen, was sie sollen." Nach wie vor habe Energie alles in der eigenen Hand, müsse die Niederlage nun aufarbeiten und es am Mittwoch gegen Essen besser machen.

Eine große Aufarbeitung der Niederlage wird es allerdings wohl nicht geben. Jedenfalls kündigte Wollitz an, auf eine Analyse verzichten zu wollen, um den Blick direkt auf die Partie am Mittwoch legen zu können. Die genauen Gründe für die Pleite behielt er indes zunächst für sich: "Aus Respekt gegenüber meinen Spielern würde ich das niemals sagen. Im Gegenteil, ich werde sie mit allem, was ich habe, verteidigen. Ich glaube jeder, der das Spiel gesehen hat, hat gesehen, warum das so ist." Anschließend kam der Energie-Coach doch ein Stück aus der Reserve und verwies darauf, dass mit Kusic, Rorig und Bretschneider gleich drei Stammverteidiger fehlten, was sich vor allem beim 0:3 bemerkbar gemacht habe. "Damit habe ich eigentlich auch schon viel gesagt", so Wollitz, betonte aber, die Niederlage nicht allein daran festmachen zu wollen.

Lange Mängelliste

Schließlich habe seine Mannschaft "keine Bindung, keine Organisation und keine Handlungsschnelligkeit" gehabt. "Wir waren viel zu langsam, viel zu müde und viel zu ideenlos." Auch mit der Aggressivität, der Wucht, dem Rückenwind und der Überzeugung des Gegners "sind wir nicht klargekommen", gab der 59-Jährige zu – und räumte ein: "Wir haben völlig zu Recht verloren. Auch in der Höhe." Bereits zur Pause lag Cottbus mit 0:3 hinten, ehe es in der zweiten Halbzeit zwei weitere Male einschlug. Zu allem Überfluss brachte Putze den Ball zum 1:5 auch noch selbst im Tor unter. Zudem hatte Cottbus Glück, dass ein klarer Treffer der Löwen in der Anfangsphase zu Unrecht aberkannt worden war.

Jetzt gelte es, den Mund abzuputzen und weiterzumachen. "Eine Stärke haben wir: Wir fallen hin, stehen aber auch wieder auf", so Wollitz. Was ihn diesbezüglich positiv stimmte, sei die Tatsache, dass die Mannschaft sowohl den nötigen Charakter als auch Überzeugung habe, im Endspurt etwas Historisches schaffen zu können. "Wenn du 1:5 verlierst, brauchst du auch Nehmerqualität. Das wird jetzt ein bisschen ruckeln, aber da sind wir stark genug." Ob dem tatsächlich so ist, wird sich am Mittwoch zeigen.

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