Der-Jahn-Blog
·5. April 2025
Vorbericht Elversberg mit einem Gastbeitrag

Der-Jahn-Blog
·5. April 2025
Wir schreiben den 28. Spieltag. Rechnerisch ist es durchaus noch möglich, dass unser Jahn zurückkommt. Aber wie es das Schicksal so will, durfte Braunschweig gestern gegen Paderborn einen Sieg bejubeln. Wir sollten gegebenenfalls mal den Rasenzustand prüfen lassen!Durch diesen Sieg gestern wird es für den Jahn nur umso wichtiger, zu punkten. Rechnerisch ist noch alles möglich, aber das Leben besteht ja bekanntermaßen nicht nur aus Zahlen.
Sportlich dürften die Fans der SV Elversberg nicht unzufrieden sein. Sicherlich ist noch etwas Luft nach oben – in der Rückrundentabelle ist man deutlich abgefallen. Aber insgesamt steht der Club aus dem Saarland auf einem sicherlich zufriedenstellenden Rang 8.
Die letzten Spiele waren abwechslungsreich, was die Ergebnisse anbelangt. Gegen den HSV und den FCK erreichte man ein Unentschieden. Zum Leidwesen aller Jahnfans verloren die Saarländer gegen Preußen Münster. Dafür konnte man Hertha BSC eine Niederlage zufügen.
Auf dem Transfermarkt wurde man im Winter nur auf einer Position tätig. Man verpflichtete ein Mittelstürmer-Talent aus Gießen.
Leider gab es beim SV Elversberg aktuell schlimme Nachrichten. An dieser Stelle möchten wir als Der-Jahn-Blog noch einmal unser tiefstes Mitgefühl und unser Beileid ausdrücken. Sicherlich können wir nicht wissen, wie schlimm sich dieser Verlust anfühlt, doch wir können nachvollziehen, wie schwer diese Situation ist.
Die SV Elversberg trauert. Sie trauert um Janine Handle, welche sehr lange bei der SVE tätig war.
Janine war schon 10 Jahre bei uns. Sie hatte alles mitgemacht von der Regio bis jetzt. Wirkt alles immernoch sehr unwirklich, sie am Sonntag nicht im Innenraum rumspringen zu sehen. Gastautor Jonas NIckolai im persönlichen Gespräch
Man merkt unserem Gastautor an, dass mit diesem Verlust eine riesige Lücke in die SVE geschlagen wurde.
Persönlich wäre es mir lieber, ich könnte euch andere Neuigkeiten aus Elversberg zur Verfügung stellen. Leider ist es nicht so. Wir Jahnfans wissen, wie schlimm ein Verlust sein kann. Wir wünschen all ihren Angehörigen, dem SVE, den Fans und auch ihren Schülerinnen und Schülern enorm viel Kraft und Stärke. Laut Jonas hat sie ihr Herz an der Linde gelassen. Ich bin davon überzeugt, dass sie mit einem Auge auf euch schauen wird.
Platz 11, 43 Punkte, 49:63 Tore – das waren die Daten, mit denen die Sportvereinigung die letzte Saison abschloss. Aktuell steht man auf Platz 9 mit 40 Punkten und 45:32 Toren. Man darf an der Kaiserlinde also davon ausgehen, dass man zumindest, was die Punkte angeht, eine Verbesserung zum letzten Jahr erreichen kann.
Ganz oft, wenn die Frage nach dem Schlüssel zu einem solchen Erfolg in Elversberg aufkommt, gibt es – neben der finanziell stabilen Lage durch einen Großsponsor – auch die Antwort der kontinuierlichen Arbeit. Gerade als Fan, der bereits länger als die letzten drei Jahre zur Linde kommt, hat man dabei das Gefühl, Teil eines gemeinsamen Erfolgs zu sein. Die Identifikation mit Spielern wie Manuel Feil, Robin Fellhauer, Maurice Neubauer oder Luca Schnellbacher, der sich auch mal im Fanblock sehen lässt, ist dabei ein Teil eines Gemeinschaftsgefühls, das beim Zeugwart beginnt und bei den Fans im C1-Block endet. Zu den personellen Konstanten kommen jährlich junge, ehrgeizige Talente, die sich beweisen wollen. In den letzten Jahren waren dies Spieler wie Nick Woltemade oder Paul Wanner. Dieses Jahr sind Fisnik Asllani (25 Spiele, 18 Scorerpunkte, Sturm), Muhammed Damar (24 Spiele, 12 Scorerpunkte, Mittelfeld) und Elias Baum (25 Spiele, 7 Scorerpunkte, rechter Verteidiger) die einschlägigen Namen. Zumindest um Damar muss man sich beim SSV jedoch wenig Gedanken machen: Er sah im Spiel der SVE beim Hamburger SV seine fünfte Gelbe und fehlt somit im Duell am Sonntag.
Konstant waren auch die Punkteausbeuten aus den letzten Spielen bei der SVE. So konnte man aus den letzten sieben Partien zwölf Punkte holen. Im letzten Spiel im Hamburger Volksparkstadion war man zwar nicht unbedingt die bessere Mannschaft, schaffte es allerdings mit einer ordentlichen Verteidigungsleistung und etwas Fortune, hinten die Null zu halten. Nach vorne war es – wie so manches Mal in dieser Saison – teilweise zu unkonzentriert, teilweise nicht konsequent genug. Solche Schwankungen muss man den jungen Spielern aber auch zugestehen, und somit war man am Ende sehr glücklich und stolz, einen Punkt aus Hamburg mitnehmen zu können – und nicht wie in Köln am Ende mit leeren Taschen nach Hause zu fahren.
Generell ist die Leistung der Mannschaft über die gesamte Saison gesehen beständiger. Die Schwächephase der Saison, in der man dachte, man könnte noch einmal tiefer in den Abstiegsstrudel geraten, ist bereits überstanden. Um den Jahreswechsel sammelte man in zwei Partien neun Gegentore (1:4 vs. Schalke; 2:5 vs. Magdeburg). Danach konnte man sich jedoch – besonders was die Abwehrleistungen angeht – wieder fangen und die Weichen Richtung Klassenerhalt stellen.
Nichtsdestotrotz gibt es leider auch im negativen Bereich Konstanten in Elversberg. Fans der Sportvereinigung kennen Eckballtore gefühlt nur aus Erzählungen. Gleichzeitig war man sehr lange besonders anfällig für Eckballgegentore. Das hat sich zwar leicht gebessert, allerdings hört man weiterhin bei jedem gegnerischen Eckball ein kollektives „Oh je“ im Block. Auch im letzten Heimspiel gegen Münster brach ein Eckball der SVE das Genick. Gegen Münster zeigte sich ebenso eine weitere Konstante in Elversberg: Mannschaften, die tief stehen und der SVE das Fußballspielen schwer machen wollen, haben immer gute Chancen. Dieses Problem existierte schon zu Regionalliga-Zeiten und hat sich bis heute durchgezogen. In den letzten Jahren hatte man damit an der Linde relativ wenig zu tun, da man regelmäßig der Underdog war und die Mannschaften glaubten, ihr Glück in der Offensive zu finden. Gerade in der 3. Liga liefen die Gegner somit reihenweise ins offene Messer. Mittlerweile wird man aber anders wahrgenommen, und es gibt wieder öfter Mannschaften, die sich gegen Elversberg auf das Verteidigen konzentrieren.
Das führt uns dann auch zur Niederlage gegen den Jahn aus der Hinrunde. Auch damals stellte der Jahn die SVE vor Probleme, indem er sich nach dem Führungstor darauf konzentrierte, gut zu stehen und nicht viel zuzulassen. Insofern war diese Niederlage für eingefleischte SVE-Fans recht schnell absehbar – wenngleich es das für uns nicht weniger ärgerlich macht. Es tut mir also schrecklich leid, aber dieses Mal würden wir gerne die drei Punkte für uns behalten.