
liga3-online.de
·01 de abril de 2025
"Heute schläft keiner": So feierte Arminia den Finaleinzug

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·01 de abril de 2025
Was für ein Wahnsinn! Nach Union, Freiburg und Bremen hat Arminia Bielefeld mit Bayer Leverkusen auch den vierten Erstligisten hintereinander sensationell aus dem DFB-Pokal geworfen und steht damit nun erstmals in der Vereinsgeschichte im Finale. Nach Abpfiff brachen alle Dämme. Trainer Mitch Kniat gab wieder den Partybefehl – und machte dabei sogar eine Ausnahme.
Um 22:41 Uhr war es geschafft: Als Schiedsrichter Harm Osmers die Partie nach einer über siebenminütigen Nachspielzeit beendete, war der Jubel auf dem Platz und den Rängen riesengroß, die Freudenschreie der Spieler und Fans – nicht wenige weinten vor Glück – dürften kilometerweit zu hören gewesen sein. Manch ein Fan stürmte vor überschwänglicher Freude gar den Platz, nach einigen Minuten waren die Anhänger – auch durch eindringliche Hinweise des Stadionsprechers – aber zurück auf den Tribünen, um die unglaubliche und nicht für möglich gehaltene Pokal-Sensation zusammen mit der Mannschaft zu feiern. Immer und immer wieder stimmte das Publikum "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" an. Gesungen hatten es die Fans in dieser Saison schon mehrmals, doch jetzt stimmte es tatsächlich.
Sogar T-Shirts mit der Aufschrift "In 120 Jahren von Bielefeld bis ins Finale von Berlin" hatten die Arminen vorbereitet. Einer, der von Anfang an überzeugt war, den nächsten Coup schaffen zu können, war Trainer Mitch Kniat. "Ich bin einfach nur stolz auf die Jungs, wie sie von der ersten Minute an mitgezogen haben", sagte er bei "Sky" und betonte, dass auch die Mannschaft an den großen Triumph geglaubt habe. Das Trainerteam habe es ebenfalls "überragend gemacht", so der 38-Jährige. "Das war weltklasse."
Gefeiert wurde nach der Partie im Café Europa. "Das ist ja schon unser Standardprogramm", grinste Kniat mit Blick auf die bisherigen Pokalerfolge. Doch im Gegensatz zu den vergangenen Siegen wird dieses Mal auch Kniat mit der Mannschaft feiern. "Das machen wir sonst nie, aber heute machen wir eine Ausnahme und gönnen uns einen Kleinen." Die Feierlichkeiten dürften bis weit in den Mittwoch hinein andauern. "Heute schläft keiner in der Stadt."
Ob das Team am Abend gemeinsam das zweite Pokal-Halbfinale schauen wird, ist daher noch nicht sicher. "Nur, wenn wir bis dahin wieder alle wach sind", meinte der DSC-Coach, der aber auch gleich wieder mahnte: "Wir dürfen nicht durchdrehen, in Aachen müssen drei Punkte her. Aber heute und morgen interessiert das kein Schwein." Dass die Vorfreude auf das Pokalfinale die Bielefelder im Saisonendspurt lähmen könnte, glaubt Kniat indes nicht: "Im Gegenteil, der Erfolg wird uns durch die nächsten Wochen tragen und uns einen Push geben."
Maßgeblich verantwortlich für den erneuten Pokal-Coup war einmal mehr Marius Wörl, der mit seinem dritten Tor im laufenden Wettbewerb nur 2:20 Minuten nach dem 0:1 für den Ausgleich gesorgt hatte. "Ich kann es nicht fassen. Es ist überragend und unglaublich", sagte der 20-Jährige, der erneut zum "Man of the Match" gewählt wurde. Als der Schiedsrichter abgepfiffen hatte, habe er "pure Erleichterung" gespürt. Der Sieg sei hart erarbeitet gewesen, "war aber nicht unverdient". Das mussten auch die Leverkusener zugeben. Tatsächlich war der Sieg hochverdient. Ein Zwei-Klassen-Unterschied war nicht zu erkennen. Auch, weil der DSC drangeblieben ist: "Nach dem 0:1 sind die Köpfe nicht runtergegangen, wir haben auf unsere Chance gelauert."
Nicht zuletzt dank der lautstarken Unterstützung von den Rängen. "Die Fans haben uns getragen. Das war Gänsehaut pur." Einen Wunschgegner für das Endspiel hatte Wörl nicht: "Wir fahren als Drittligist nach Berlin. Da ist es egal, gegen wen wir spielen." Ähnlich sah es Maximilian Großer, der vor der Pause das 2:1 erzielt hatte. "Es ist nicht in Worte zu fassen. Einfach surreal. Wir haben eine Riesenmentalität gezeigt und waren giftig in den Zweikämpfen." Das habe den Unterschied ausgemacht. Im Finale am 24. Mai wartet nun der Gewinner der Partie zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig am Mittwochabend. Holt die Arminia den Pokal, wäre sie für die Europa League qualifiziert – und das womöglich als Drittligist. Was komplett verrückt klingt, ist spätestens seit Dienstagabend keine Utopie mehr.