Taktik-Experte erklärt: Warum der HSV gut auf Nürnberg vorbereitet ist | OneFootball

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·05 de abril de 2025

Taktik-Experte erklärt: Warum der HSV gut auf Nürnberg vorbereitet ist

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Gegen den 1. FC Nürnberg erwartet den HSV eine extrem anspruchsvolle Aufgabe. Die Franken demonstrierten den Rothosen erst vor wenigen Monaten, was fußballerisch in ihnen steckt.

Der Hamburger SV hat in dieser Zweitliga-Saison nur mickrige Spiele vier verloren. Doch weder Hannover oder Elversberg, noch Braunschweig oder Paderborn zeigten dem Nord-Klub so sehr die Grenzen auf, wie dies der 1. FC Nürnberg am 3. November des letzten Jahres im Volksparkstadion tat.


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„Meiner Meinung nach war das das Spiel, in dem der HSV so stark dominiert wurde, wie bisher in keinem anderen Ligaspiel“, findet auch Taktik-Experte Jan Schultz. Der Analyst ist Gründer und Redakteur des Rautenball-Blogs und nimmt den HSV aus einem strategischen Blickwinkel unter die Lupe.

Gegen den neunfachen deutschen Meister retteten die damals von Steffen Baumgart trainierten Rothosen mit viel Glück und noch mehr Dusel ein schmeichelhaftes 1:1 über die Zeit. Sämtliche Spielstatistiken sprachen klar für die Gäste aus dem Frankenland: Der Club besaß eine höhere Passquote, verzeichnete mehr Abschlüsse und akkumulierte zudem den deutlich höheren xG-Wert (0,67 – 1,74 aus dem Spiel).

Generell gehört der FCN in diesem Jahr zu den spielstärksten Mannschaften der 2. Bundesliga. Nur drei Teams trafen bislang öfter, nur vier Teams verfügen über eine bessere Passquote. Satte zwei Drittel ihrer Treffer markieren die Nürnberger zudem durch das Zentrum, wohingegen Flanken und Standardsituation im eigenen Offensivspiel nur eine untergeordnete Rolle spielen.

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(Foto: Getty Images)

Polzin blickt „ehrfürchtig“ auf Trainer-Duell gegen Klose

In den Reihen des ehemaligen Bundesliga-Dinos ist man sich dieser Qualitäten durchaus bewusst. „Der fußballerische Ansatz von Nürnberg ist sehr interessant“, erklärte Merlin Polzin auf der abschließenden Pressekonferenz und ergänzte: „Daher wird es für uns gerade im Pressing sehr anspruchsvoll.“

Vor allem Caspar Jander, Julian Justvan und Stefanos Tzimas (Einsatz noch fraglich) fänden „immer wieder Räume, sie vermitteln viel Freude am Spiel. Daher müssen wir eiskalt sein, wenn sich Möglichkeiten bieten.“ Auch Co-Trainer Loic Fave attestierte dem Tabellenachten die „fußballerische Qualität“ als klares „Kernmerkmal“.

Diese Entwicklung ist zu großen Teilen auch auf die Arbeit von Miroslav Klose zurückzuführen. Der DFB-Rekordtorschütze übernahm den Traditionsverein im vergangenen Sommer und formte seine Mannschaft zu einer der spannendsten der Liga. Der Club hat mit einem Durchschnittsalter von 23,8 Jahren den mit großem Abstand jüngsten Kader des Unterhauses und besitzt darüber hinaus zahlreiche spannende Talente.

Talente, die dem FCN im kommenden Sommer viel Geld einbringen werden. Finn Jeltsch wechselte bereits im Winter für acht Millionen Euro zum VfB Stuttgart, während Tzimas und der gegen den HSV gesperrte Jens Castrop den Verein nach Saisonende um zusammengerechnet rund 30 Millionen Euro reicher machen werden.

Doch nicht nur aufgrund dieser Errungenschaften blickt Polzin „fast schon ehrfürchtig“ auf das Trainer-Duell mit Klose. „Wie viele besondere Momente er uns und mir als Fan gegeben hat, ist schon etwas ganz Besonderes“, schwärmte der 34-Jährige. „Ich freue mich sehr, ihn am Samstag kennenzulernen.“

Warum der HSV besser aufgestellt ist als im Hinspiel

Geht es nach dem jungen Coach, so sollte dieses Kennenlernen allerdings gänzlich anders vonstatten gehen als das Hinspiel vor knapp vier Monaten. Und laut Schultz bestehe in dieser Hinsicht durchaus Grund für Optimismus. Zurückführen könne man diese Positivität auf das mittlerweile gänzlich veränderte Personal in der Hamburger Hintermannschaft.

„Im ersten Duell spielte man mit einer Fünfer-Kette. Drei dieser Spieler sind aus verschiedensten Gründen kein Thema mehr in dieser Saison“, führt Schultz aus und verweist damit auf den langzeitverletzten Noah Katterbach sowie die Winter-Abgänge Lucas Perrin und und Moritz Heyer.

Ein weiterer Unterschied liege zudem in der unter Polzin praktizierten Systematik. „Der HSV hat die Fünfer-Kette abgeschafft, die den Spielern viel Verantwortung beim vorwärts Verteidigen übertrug“, so der Analyst. „Häufig sah man die Außenverteidiger auf den gegnerischen Außenverteidiger gehen und so musste der Innenverteidiger dahinter weiter durchschieben, was bei fehlendem Timing häufig Räume für in die Tiefe startende Angreifer öffnete.“

Auch zwei eher offensiven, aber defensiv versierten Akteuren könnte beim Gastspiel im Max-Morlock-Stadion eine Schlüsselrolle zukommen: Ludovit Reis stand im Hinspiel zwar auf dem Feld, lief seiner mittlerweile wieder erreichten Top-Form jedoch meilenweit hinterher. Auch Emir Sahiti, unter Polzin zur festen Stammkraft avanciert, verschafft den Norddeutschen eine neue defensive Flexibilität. Vor allem der Kosovare sollte gegen den offensivstarken Linksverteidiger Berkay Yilmaz im Zusammenspiel mit Rafael Lubach „im Auge behalten werden“.

Ebenfalls wichtiger denn je: Daniel Elfadli. Der Abwehr-Allrounder ist aufgrund der Verletzungen von Dennis Hadžikadunić und Jonas Meffert der letzte verbliebene Stammspieler im Defensiv-Zentrum. „Der HSV wird aufpassen müssen, dass der eigene Sechser-Raum stets besetzt ist und die eigenen Innenverteidiger aufmerksam beim vorwärts verteidigen sind“, warnt Schultz und prognostiziert: „Vor allem Elfadli könnte da eine wichtige Rolle spielen.“

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